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REIMO Ausbau-Ratgeber – Wohnmobil-Technik: Gas, Wasser, Strom, Solar

Ausbauratgeber: Wohnmobil-Technik
Die technische Ausstattung des Wohnmobils beinhaltet Elektrik, Gas- und Wasseranlage. Diesen Komfort an Bord zu haben macht unabhängig und ermöglicht entspanntes Reisen.
Elektrik - 12 V und 230 V-Anlage
Elektrik - Solar-Anlage
Elektrik - Batterie-Info
Wasseranlage: Aufbau & Montage
Tipps zur Gasanlage
Kleines Elektrik-Lexikon
"Säurebatterie": Gemeint sind alle Batterietypen mit flüssigem Elektrolyt, also sowohl Starter-, Solar- als auch zyklenfeste Batterien. Für sie alle gilt, daß sie im Innenraum von Fahrzeugen nur noch in einem geschlossenen, belüfteten Raum eingebaut werden dürfen. Eine Säurebatterie will regelmäßig auf einen gut gefüllten Wasserstand kontrolliert werden. Prüfen Sie regelmäßig den Säurestand. Füllen Sie ggf. die entsprechende Zelle mit destilliertem Wasser auf. Verschließen Sie anschließend alle Deckel wieder gründlich.
Heutzutage sind als Starterbatterien vorwiegend wartungsfreie Säurebatterien üblich. Wartungsfrei heißt hier wartungsarm! Die Zellen sind nicht mit Ventilen abgeschlossen.
Keine flüssige Säure sondern geliertes Elektrolyt: Das bedeutet 100%ige Wartungsfreiheit, kein Nachfüllen von destilliertem Wasser nötig. Bis ca. 700 Lade- und Entladezyklen bei 60%-iger Entladung möglich, selbst nach einer Tiefentladung wieder optimal aufladbar, höchste Zuverlässigkeit durch die geringe Selbstentladung.
Die Gelbatterie verfügt auch nach 6-monatiger Standzeit noch über 90 % ihrer vollen Kapazität.
Rückzündhemmend und nahezu gasfrei (die beim Laden entstehenden Gase werden zu Wasser rekombiniert). Der Einbau im Wohnraum ist dadurch auch nach neusten EG-Vorschriften möglich.
Die AGM-Batterie ist versiegelt, wartungsfrei, auslaufsicher und lageunabhängig zu betreiben. Die Säure ist in einer Art Schwamm (Glasvlies / AGM = absorbing glass mats) gebunden – auch bei einer Beschädigung der Batterie kann keine Säure austreten und die Batterie kann in jeder Lage betrieben werden. Gleichzeitig stützt das Vlies die Platten gegeneinander ab und sorgt so für hohe Rüttelfestigkeit. Überladung kann bei Gelbatterien dazu führen, dass ein Teil des Gases sich als Wasser auf der Gelschicht absetzt, was die Leistung dauerhaft schwächer werden lässt. Bei einer AGM-Batterie kann freies Wasser immer wieder durch das Vlies in die Batterie eingebunden werden, so dass die Leistungsfähigkeit erhalten bleibt.
Die Batterieplatten in Blei-Kalzium-Legierung sorgen (wie bei Gelbatterien) für niedrige Selbstentladung auch bei langen Stillstandsphasen. Bei Gelbatterien bremst das Gel allerdings den Ladungstransport, deshalb sind die Hochstromeigenschaften schlechter.
Weiterhin haben AGM Batterien auch gute Eigenschaften bei niedrigen Temperaturen. Damit sind sie ein guter Kompromiss, um sowohl kurzzeitig eine hohe Leistung zu erhalten und darüber hinaus auch eine lange Lebensdauer zu bieten. AGM Batterien sind deshalb als Service- und Solarbatterien ideal geeignet.
Seit 1.1.1999 gelten Starterbatterien als besonders überwachungsbedürftiger Abfall. Aus diesem Grunde haben sich die Vertreiber, die Säurebatterien an Endverbraucher abgeben, verpflichtet, ein Pfand in Höhe von 15,– zu erheben, wenn bei Neukauf einer Batterie keine gebrauchte Starterbatterie in Zahlung gegeben wird.
Automatische Ladegeräte garantieren einen schonenden Ladevorgang und können ununterbrochen angeschlossen bleiben. Die Abschaltung erfolgt bei ca. 14,2 V Batteriespannung. Sie verhindern ein Überladen der Batterie und sind meist für Gel- und Bleibatterien geeignet.
Heutige Ladegeräte sind, anders als frühere Modelle mit Trafo und Gleichrichter, mit so genannter Switch-Mode-Technologie ausgerüstet. Sie formen die Spannung elektronisch geregelt um, und bringen eine Gewichtsersparnis von ca. 60 %. Außerdem entsteht beim Laden weniger Wärme. Der Ladestrom bleibt auch bei Netzschwankungen immer konstant (wichtig in südlichen Ländern).
Die Ladekennlinie beschreibt wie das Ladegerät den Strom an die Batterie abgibt.
Die einfachste ist die W-Kennlinie. Sie lädt mit fallendem Strom, dass heißt je höher der Batteriestrom, desto niedriger der Ladestrom. Die Aufladung dauert jedoch sehr lange.
Besser ist das Laden mit der IU-Kennlinie. Dabei wird mit vollem Ladestrom und konstanter Spannung geladen.
Moderne Ladegeräte laden mit einer IUoU-Kennlinie. Diese lädt auch mit vollem Ladestrom und konstanter Spannung bis zu einer Batteriespannung von ca. 14,2 V (Gasungsspannung). Danach wird der Strom langsam reduziert, bis die Vollladung erreicht ist. Anschließend schaltet das Ladegerät in eine Erhaltungsladung um.
Werden zusätzliche Verbraucher eingeschaltet beginnt der Ladevorgang in Form einer Pufferladung. Man erreicht so optimale Ladezeiten und schont die Batterie. Achten Sie jedoch auch auf die unterschiedlich langen Ladevorgänge bei Blei-,Gel- oder AGM-batterien, sowie auf den guten Zustand der Batterie, da viele Ladegeräte erst ab einer Batteriespannung von 3 V zu laden beginnen.

Übersicht der Kennlinien
I = Laden mit konstantem Strom
U = Laden mit konstanter Spannung
W = Laden mit fallendem Strom
o = Selbstständige Umschaltung in andere Ladekennlinien
Amperestunden (Ah)
Maßzahl für den Energieinhalt. Eine Batterie mit 80 Ah liefert z.B. 80 Stunden lang 1 A oder 20 Stunden lang 4 A. (ma. 70% Entnahme)

Erhaltungsladung
Nach Vollladung wird die Ladespannung abgesenkt. Die Erhaltungsladung gleicht die Selbstentladung der Batterie aus. Ladegeräte mit Erhaltungsladung können beliebig lange angeschlossen bleiben.

Gasungsspannung
Jene Spannung, ab der leicht entzündliche Gase aus der Batterie entweichen. Bei einer 12 V Batterie ist dies ca. 14,2 - 14,4 V.

Pufferladung
Wird während des Ladens der Batterie durch diverse Verbraucher Energie entnommen, liefert das Ladegerät den Mehrbedarf an Strom und verhindert trotzdem ein Überladen der Batterie.
Know-How Laderegler: Die am weitesten verbreiteten Laderegler sind die Shunt-Regler. Diese regulieren die vom Solarmodul erzeugte Leistung entsprechend des Ladezustands der Batterie. Wenn die Batterie sehr leer ist, wird der maximale Strom aus der Solarzelle entnommen, wenn die Batterie ziemlich voll ist, wird die Solarspannung heruntergeregelt.
MPP Regler versprechen eine bessere Ausnutzung der möglichen Solarleistung. Sie gehen von folgender Voraussetzung aus: Die vom Solarmodul an die Batterie abgegebene Leistung ist das Produkt aus Spannung und Strom. Die höchste Leistung gibt die Solarzelle dann nicht ab, wenn der Strom am höchsten ist, sondern bei einer bestimmten Kombination aus Spannung und Strom.
Der MPP Regler sucht nun (ähnlich wie eine automatische Satellitenantenne den Satelliten sucht) ständig die höchste Leistung aus der Solarzelle herauszuholen – bis die Batterie voll ist. Das kann im Idealfall (kalte Temperaturen, leere Batterie) einen Unterschied von ca. 30% gegenüber einem Shunt Regler ausmachen. Der Eigenverbrauch der Regler sollte dann aber möglichst gering sein.

In manche Regler sind dann noch Zusatzfunktionen eingebaut wie z.B.:
Lastausgang mit Unterspannungswarnung / Unterspannungsabschaltung: Ersetzt einen Batteriewächter, wenn wirklich die komplette Wohnmobil-Elektrik darüber läuft. Für größere Wohnmobile ist der Lastausgang in der Regel zu schwach.
Anschluss für Starterbatterie: Gibt einen Teil des Ladestroms an die Starterbatterie ab.
Anschluss für Temperaturfühler: Sinnvoll bei höheren Leistungen, besonders, wenn der Laderegler nicht in der Nähe der Batterie untergebracht wird.
Anzeigen für aktuelle Funktion: Aktuelle Ladung, Unterspannungswarung etc.
Datenlogger: Aufzeichnung z.B. der von der Solarzelle gelieferten Energiemenge. Kann vom Service nachträglich ausgelesen werden.
Wechselrichter haben die Aufgabe, aus einer Gleichspannung (meist 12 V) eine Wechselspannung von 230 V zu erzeugen. Dafür können unterschiedliche Techniken verwendet werden, die sich meist auf die Ausgangsspannung auswirken.
1. Rechteckwechselrichter
Diese Geräte sind preisgünstig und reichen für viele Einsätze aus. Jedoch ist der Betrieb von Geräten mit eingebauten Transformatoren oder elektronisch geregelten Geräten oft problematisch, da eine Rechteckspannung Störungen verursachen kann.
2. Sinusähnliche Wechselrichter
Diese Geräte arbeiten in einer getakteten Rechteckspannung. Diese wird in hoher Frequenz umgewandelt, bei der die einzelnen Impulse begrenzt werden. Es ergibt sich ein treppenförmiger Verlauf, der einer Sinuskurve sehr ähnlich ist.
3. Sinus Wechselrichter
Sie bilden die Netzspannung mit 50 Hz am besten nach. Daher gibt es keine Einschränkungen, welche Geräte Sie damit betreiben. Selbst empfindliche Geräte, wie Messgeräte oder Computersysteme können damit betrieben werden.
Bitte achten Sie auf ausreichende Kabelquerschnitte (siehe auch Diagramm bei Solarmodulen) und auf entsprechende Absicherung.

Je höher die Ausgangsleistung umso höher muss die bereitgestellte Batteriekapazität sein, mindestens 15%, besser 20% der benötigten Leistung (600 Watt Wechselrichter - 90–120 Ah Batterie).

Grundsätzlich sollten die Inverter so nah wie möglich bei den Batterien untergebracht werden, um hohe Leitungsverluste durch lange Kabel zu vermeiden.
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Die Inhalte dieses Ausbau-Ratgebers beruhen auf Artikeln, die in den REIMO Ausbau- und Zubehörkatalogen 1995 - 2012 erschienen sind. Sie beschreiben allgemeine Vorgehensweisen, die nicht unbedingt für jeden Fahrzeugtyp und jedes Baujahr Gültigkeit haben. Bitte fragen Sie einen regionalen REIMO-Ausbauspezialisten, bevor Sie mit dem Ausbau beginnen.